Montag, 5. August 2013

Omelette

Seit Samstag geistert es in meinem Kopf herum, dass ich wieder mal Omelette essen möchte...  Nenn es Heimweh, zu viel Zeit oder meine Verfressenheit... aber es müssen Omeletten her...Ich glaube, meine letzte Omelette ist Jahre her und so wie beim Mama werden sie wohl nie schmecken, aber versuchen kann man es ja.
Mmmh, schauen wir mal...Mehl hab, Milch und Wasser auch, die Eier sind schnell eingekauft und es ist auch klar was in die Mitte muss, Hackfleisch mit Gemüse....mit ein bisschen Bombolino Sauce von La Vialla... genau, alles klar. Der Teig ist schnell gemacht und die Sauce auch während der Ruhezeit für den Teig und dann ab die Post, Pfanne erhitzen und zuerst ein Omelettchen gedreht, bevor die richtige Omelette dran kommt... Mmmmmhhh! Oha, hab wohl zu viel Teig, na dann gibt es Morgen eben noch mal Omeletten - dann aber die Süssen :-)



Hampton Court

Wie Paris sein Versaille hat, hat London ein Königsschloss inklusive Pomp und Getöse ganz in der Nähe, das nicht mehr benutzt wird. Das ist Hampton Court, wo auch noch Spuren von diesem Henry VIII übrig sind, ja der mit den vielen Frauen, von denen nur wenige ihn überlebt haben... Er besass viele Schlösser und Häuser, aber Hampton Court war so etwas wie sein Hauptsitz, wo auch alle sechs Frauen mal wohnten. Seine Gemächer hat er sicher zehn mal umgebaut und ich glaube, da ist er auch dick und träge geworden, wie seine späteren Bilder zeigen.
Von Waterloo kann man einen Zug nehmen, der uns in die Zone 6, nach Hampton Court rausbefördert. Allerdings ist Ticket lösen schon ein kleines Abenteuer, denn es gibt 4 unterschiedliche Tarife mit einer Preisspanne von 6 -26 Pfund.... die günstigste Lösung ist einfach mit Oyster Card zu reisen, man ist ja noch in London und dann nimmt es einfach die 6 Pfund Maximumbetrag für hin und zurück.
Mit anderen Touristen, Vorfreude und Fotokamera bewaffnet kamen wir an diesem kleinen Bahnhof an und wurden auch in fast fehlerfreiem Deutsch Richtung Schloss geschleust.
Das Schlossareal ist riesig aber auch sehr verwinkelt. Was zuerst auffällt sind hunderte von Schornsteinen... man sieht das englische Wetter war wohl auch hier Thema und jedes Zimmer wurde mit einem Feuer separat beheizt und brauchte einen Kamin.
Uns hat es zunächst in die Küche gespühlt und wir bestaunten eine riesige Feuerstelle, wo die unzähligen Rehe, Schweine und anderen Tiere gebraten wurden. Es gab eine richtige Kochstelle, wo man nebeneinander in verschiedenen Töpfen kochen konnte. Gleich darauf folgt ein Weinkeller, wo der saure englische Wein gelagert wurde.
Gleich danach stolpert man über die königliche Hofkapelle, die integriert im Palast ist. Allein die prächtige Decke ist absolut sehenswert. Es ist alles in dunklem blau und gold gehalten und 32 Mal findet man den Wahlspruch von Henry VIII  - Dieu et mon Droit (Gott und mein Recht), was Henry's Überzeugung, dass er und die Tudor Dynastie von Gott auf Erden eingesetzt sei, unterstreicht. Intressant, wenn man bedenkt, dass Henry, sich ja mit dem Papst zerstritten hat und  gleich eine eigene Church of England gründete, als es ihm nicht mehr passte. Es werden hier regelmässig Gottesdienste der anglikanischen Kirche durchgeführt. Beeindruckend ist die Königsloge, wo man jetzt eine Nachbildung von Henry's Krone bestaunen kann. Die Engländer werden an dieser Stelle immer ganz ehrfürchtig... für Nationen ohne Königsdynastien ist das manchmal etwas schwer nachvollziehbar... Dies hat sich auch beim Hype um die aktuelle Prinzengeburt gezeigt und so ganz verstanden hab ich die Begeisterung nicht.

Nach der Kapelle geht es weiter von Vorhof zu Hof und schliesslich hinten hinaus in die Gärten, die wirklich ein Highlight sind. Es gibt einen Brunnengarten, wo dreieckige Bäume neben grossen Teichen stehen. Die Teiche sind komplett grün, da von Algen befallen und riechen nicht sehr gut... man kann sich aber vorstellen wie das mal gedacht war. Das grössere Highlight ist der Privy Garden, wo eine Art barocker Garten gestaltet wurde, allerdings ist er verspielter und mit viel mehr Blumen... englisch verspielt eben. Dieser Garten ist wirklich sehenswert und lädt zum spazieren ein. Danach bogen wir zur Orangerie ab, die weitere gut geschützte Gärten und alles von Aloe Vera bis zum Zitronenbäumchen zeigt. Highlight für Engländer ist ein Gewächshaus, das eine grosse alte Rebe beinhaltet, mit Tafeltrauben für den königlichen Tisch. Diese Rebe ist immer noch gehegt und gepflegt und trägt Früchte, allerdings immer noch indoor. Die Orangerie kann man leider nur von aussen begutachten, ist aber riesig. Nach gut zwei Stunden staunen und Geläuf erfrischten wir uns dann in einem internen Kaffee und beschlossen, die Gemächer von Henry VIII anzuschauen.



Eine richtige Entscheidung... sein Saal wo er mit dem Hofstaat dinnierte und die weiteren offiziellen Säle sind beeinruckend. Was aufällt ist ein grosser Unterschied zu Schlösser auf dem Kontinent, wenn man sich Versaille, Schönbrunn oder Charlottenburg anschaut, sieht man immer viel Kunst an den Wänden oder ganze Bildersammlungen, die schon allein ein Museum Wert wären. Das ist in Hampton Court anders, es hat zwar schöne Wandbehänge, aber es ist mehr das Gebäude, die Decken und vielleicht noch die Lebensweise der alten Könige im Vordergrund. Es sieht immer so aus, als ob die Paläste andersweitig genutzt wurden und dann wieder in die alte Weise zurückgetrimmt wurden. Einfach anders...aber eigentlich nicht verkehrt.
Nach einer weiteren Ausstellungen über königliche "Betten" hatten wir genug Schloss und Kultur für den Moment und haben uns bei einem Eis im Garten erholt. Danach wollten wir uns "the Maze" anschauen, das Labyrinth. Auf dem Weg dorthin, kamen wir an der Tennishalle vorbei, wo das alte Tennisspiel gespielt wird. Es ist mehr eine Art Squash, wo man die Wände im Spiel einbezieht und ziemlich heftig auf den Ball einhämmert, aber immerhin ist mir jetzt die Verbindung von England zu Tennis klar. Das Labyrinth entpuppte sich als 2 Meter hohe Hecken und wir irrten etwa 15 Minuten darin herum, ohne wirklich die Mitte zu finden oder einen Ausgang zu finden, bis wir den Weg zum Eingang wieder fanden. Mit ziemlich unterschiedlichen Auffassungen ob "the maze" jetzt doof oder cool ist, fanden wir uns am Eingang wieder und wackelten Richtung Ausgang. Natürlich nicht ohne noch im Shop rumzustöbern und sich über all die komischen Plastikspielzeuge zu wundern. Wir schlenderten zurück zum Bahnhof und fuhren nach Waterloo. In Waterloo flohen wir an die Themse wo wir den Abend bei einem grossen Glas Pimms in einer herrlichen Abendstimmung ausklingen liessen.
Fazit, nach unserem Hampton Court Ausflug: Es ist sehenswert und ein schöner Tagesausflug für alle Schlossfans und Henry VIII Fans. Das wirkliche Highlight waren für mich aber die Gärten - wieder einmal. Und wissend, dass die gleiche Unternehmung auch den Tower of London betreibt, habe ich das gleiche Fazit wie schon beim Tower of London (von dem ich masslos enttäuscht war...) - man könnte mehr draus machen....




Vorsicht schaaarrrffff !!!!

Seit wir auf unserer Chinareise das chinesische Essen entdeckt haben, sind Benno und ich grosse Fans von chinesischem Essen, das nicht zu sehr "europäisiert" wurde. Wo findet man das besser als in Chinatown in London.
Wir verliessen uns diesmal auf eine Referenz von "Time Out" eine Website und ein Heftli, das London kulinarisch und kulturell so ziemlich gut zusammenfasst. Einziges Problem ist, wenn es auf Time Out ist, dann wissen das 7mio andere Leute auch.... Wir waren aber gut schweizerisch sehr früh dran mit dem Nachtessen (18:30) und da Chinesen auch bekannt sind für ihr speditives Arbeiten, hatten wir keine Mühe einen Platz zu finden.
Wir genossen Dim Sum (chinesische Teigbällchen, mit etwas drin),  Won Ton nach Sezchuan Art = sehr scharf und Schweinefleisch geschnetzelt, dass in etwas eingelegt war und mit Chili und etwas Gemüse gekocht wurde.
Wie man sieht alles ausser den Dim Sum sehr, sehr scharf... wir mussten danach mit Bier etwas runterkühlen... aber auch sehr lecker!


Sonntag, 4. August 2013

Abendspektakel mit Shard

Auf meinem Balkon hat sich gestern Abend ein farben- und wolkenfrohes Spektakel am Himmel vollzogen und der Shard spiegelt die Farben.... London kann soooooo schön sein....





 

Montag, 29. Juli 2013

Garden Walk und Museum of London

Irgendwie zieht es mich in letzer Zeit immer mal wieder zu St. Paul. Nicht der Kathedrale wegen, sondern wegen anderen interessanten Sachen in der Nähe. Das eine war ein "City Garden Walk" den Benno und ich in der Gegend machten und das andere ist das Museum of London.

Den "City Garden Walk" haben wir auf gut Glück ausprobiert, obwohl wir uns wunderten, welche Gärten es denn eigentlich in dieser Gegend der City gibt, das Meiste is geprägt durch Hochhäuser und Glaspaläste. Aber tatsächlich, dazwischen gibt es Bäume, Minigärtchen und Gärten, die sich tapfer behaupten und denen man kaum Beachtung schenkt, wenn man durch die Gegend läuft.


















Das fängt bei dem Stück Rasen an, das beim Touristenzentrum angelegt wurde und durch die Aussrichtung die Kathedrale herausstreicht, bis zu einem wunderschönen Blumengarten mitten in einer Ruine einer alten Kirche. Etwas zur Geschichte... dieser Teil der City wurde im 2. Weltkrieg komplett zerbombt, ausser St. Paul, was aus moralischen und Durchhaltegründen offenbar enorm wichtig war, "St. Paul was still standing". Es hat aber Dutzende anderer Kirchen rundherum gegeben, die nicht mehr standen und da beim Aufbau nicht Kirchen in erster Linie wichitg waren, wurden viele von diesen auch nicht mehr aufgebaut, einige wurden überbaut, andere wurden als Ruinen stehen gelassen und zu Gärten umfunkioniert.





















Zwischen den Häuserschluchten entsteht ein fast mediterranes heisses Klima und wenn der Garten noch durch Mauern umgeben war, wachsen jetzt Oleander, Bananenbäume und andere Exoten. Bei anderen Gärten wurden die meterhohen Bäume unter "Denkmalschutz" gestellt und dies verhinderte einen weiteren Abriss. Zum Teil stehen die Bäume jetzt traurig und verlassen, eingeklemmt zwischen Hochhäusern und haben gerade noch genug Licht um zu überleben. Mit wenig Erde um sich fest zu klammern, hoher Luftverschmutzung und extremen Temperaturen überlebt nicht alles, das feindliche Klima und vor allem Londoner Platanen erwisesen sich als gut geeignet.


Wir watschelten also von Garten zu Garten und liessen uns alles erklären. Ganz spannend.... Zum Abschluss waren wir noch in einem Garten, der eine "Heldenmauer" hat. Immer wenn ein normaler Bürger bei einer ausserordentlichen Tat zu Tode kommt, wird ihm eine Kachel gewidmet. Das geht von Kinder aus brennenden Häusern retten und selber verbrennen bis zu ertrinken, beim Versuche jemand anderen zu retten.


Mehr Geschichte kann man dann gleich im Museum of London in der Nähe sich zu Gemüte führen. Das Museum of London zeigt die Geschichte Londons, vom Sumpf über die Wiese, über die Römer bis zur Stadt und bis heute. Ich konnte mich locker zwei Stunden im Museum verweilen, aber ich bin auch ein grosser Fan von Geschichte und London.
Die Römer haben auf jeden Fall einen grossen Fussabdruck in London hinterlassen, das Mittelalter danach war aber auch faszinierend. Man wandert von Zeitalter zu Zeitalter und von Zeitzeugen zu Filmchen. Es gibt auch viele für Kinder gedachte Frage- und Antwortspiele, die elektronisch ausgereift und witzig gemacht daher kommen. Ich war voll dabei....
Der Nachbau eines viktorianischen Stadtviertels ist cool, man kann in einer Apotheke, einem Pub und so weiter rumlaufen. Die verschiedenen Katastrophen wie das grosse Feuer, Krieg und Zerstörung sind natürlich immer Eckpunkte, aber das Museum schafft es, sie so zu integrieren, dass man versteht, was diese Ereignisse auch bedeuten - eine Chance zum besseren Wiederaufbau und Neuausrichtung.
Nachdem mir nach zwei Stunden die Füsse weh taten und angefüllt mit neuen Eindrücken, bin ich dann rüber zum Paternoster Square gewandert, wo ich mich gemütlich auf ein Bänkchen gesetzt habe und die Touristen begafft habe und den Sonntag ausklingen liess.






Freitag, 26. Juli 2013

Drei Könige in London

Hier noch die finale Ergänzung, zum Besuch der Eltern in England: Ich bin mir sicher, sie haben ein England und ein London entdeckt, das sie vorher so nicht kannten

Nach unserem (meine Eltern und ich) Ausflug in den sonnigen Süden von England, machten wir uns auf die Socken, London zu entdecken. Da die Temparaturen stetig stiegen, passten wir unser Programm der Hitze ein wenig an.
Italienische, indische und sogar chinesische Speisen standen auf dem Speiseplan, dazwischen viel Wasser, Gemüse und Bier bzw. Cider. So war es auszuhalten.



All meine Lieblingsrestaurants durften mal zeigen, was sie konnten und ich glaube, den Eltern hat es gefallen, kulinarisch ein wenig auf Abwegen zu wandern und andere Eindrücke zu bekommen. Vielfalt gibt es ja genug in London.

Am ersten Tag besuchten wir Canary Wharf, wo moderne Hochhäuser und das Dockland Museum uns in den Bann zogen. Mit DLR ging es dann gemütlich nach Greenwich, wo wir durch Markt und Pier wanderten. Den Park und die Greenwich Line liessen wir Linie sein, zu viel Laufen und zu viel Sonne... Dafür setzten wir uns in den Thames Clipper und liessen uns zum London Eye bringen. Auch ganz schön heiss... aber immerhin Fahrtwind.




Der zweite Tag war geprägt von shopping! High Street Kensington wurde ausgewählt, als eine nicht so wahnsinnig überfüllte Alternative zur Oxford Street. Mama und ich machten uns auf die Jagd nach einem Kleid für Fulli's Hochzeit und natürlich wurden wir fündig, inklusive Schuhe. Den vollkommen vertrocknete Hyde Park liessen wir links liegen und wir besuchten, für Papa als Belohnung für das lange Warten gedacht, St. Katharine's Dock, wo man Schiffli und Londoner Hafen bestaunen konnte.

Der dritte Tag war dann voll dem Bus fahren gewidmet und wir rasten zur Tate Modern, wo wir uns von Austellung zu Austellung hangelten und nach einem kurzen Spaziergang zum St. Paul, hatten wir genug Leute gesehen und genug Trouble. Wir zogen uns Richtung Southwark Park  zurück, wo wir ein weiteres Mal faul auf der Haut lagen und den Schiffchen auf der Themse zu schauten. Zu mehr reichte die Energie schlicht nicht..., Heathrow meldete schon 31° C.





Highlight der Londoner Tage war das Musical The Lion King, das wir an einem Abend besuchten. Die Musik ist bekannt und sehr schön, Vor allem faszinierend waren die afrikanischen Bühnenbilder, die Giraffen, Elefanten, Zebras und was da noch alles auf der Bühne dargestellt wurde. Natürlich alles Menschen, aber so fantasievoll gemacht, dass es einen fast vom Hocker haute. Das Publikum war natürlich voll dabei und verfolgte das Abenteuer vom kleinen Löwen gespannt.
Ich hoffe, es ist mir gelungen ein wenig London zu zeigen und auch gewisse Sachen, die es in der Schweiz so nicht gibt...    

Fertig PwC - frei und fröhlich

Heute ist es soweit... hab all meinen Kunden "tschüss" gesagt und meinen lieben Kollegen ebenfalls. Laptop, Handy und Badge ist weg und das Abschiedsmail geschrieben...jetzt ist fertig PwC...
Wie ich mich fühle? Komisch, erleichtert, gut, fröhlich.... auch ein bisschen traurig...
Wünsch Euch allen ein gutes Wochenende! Ich werde es geniessen :-)