Montag, 10. Juni 2013

Englische Ferien II - South Devon Railway - Buckland Abbey - The Garden House

Die englische Leidenschaft für Gärten war mir bis zu diesen Ferien ein kleineres Rätsel. Mehr aus Blödeln und aha - guck da hat es auf der Karte ein Symbol für einen Garten, lass uns doch mal hinfahren, sind wir dann über die Lösung dieses Rätsel gestolpert. Aber der Reihe nach...

Unser Wunsch nach Entschleunigung und Entspannung erfüllten wir uns mit einer Fahrt einer alten Eisenbahn, die unter Dampf am Rande des englischen Moors entlang tuckert: South Devon Railway heisst das Ding und wird im von den alten Herren der Gegend betreut, regelmässig zusammengeflickt und in Schuss gehalten.

Man tuckert fast eine Stunde durch die Landschaft und die Bahnhöfe, der Kaffeewagen und die Uniformen der Bahnangestellten sind alle auf Original getrimmt und sehr liebevoll im Schuss gehalten. Mit guten 20 km/h dampften wir duch englische Märchenlandschaft, vorbei and einem Flüsschen mit alten knorrigen Bäumen, über Kuh und Schafweiden und durch kleinere Moorlandschaften. In England gibt es wohl noch hunderte solcher verschiedener Eisenbahnen, die so noch gehegt und gepflegt werden.

Auf engen Strässchen, die links und rechts von einer Hecke aus Gras und Blumen in vollster Blüte gesäumt waren und wo wir einfach hofften, es kommt kein Brummi entgegen, fuhren wir danach von Plymouth aus nach Buckland Abbey.  Das ist eine historische Städte, die mal ein Kloster war, die mitten im Nirgendwo steht und nun vom National Trust zusammen gehalten und vermarktet wird. Die Anlage ist wirklich idyllisch und man kann sich das alte Leben so richtig vorstellen, von Vorratsscheune bis zum Schloss ist alles da. Ich habe auch einen neuen Fan gewonnen, als ich einen Sack mit Maischips auspackte, rannte Mathilda (ein Huhn, mit Federn an den Füssen, das ich sofort Mathilda taufte) zu mir und wir beide liessen uns die Maischips schmecken... ein Bild für die Götter, ich weiss.

 
Nachdem wir das Kloster und Garten erkundet haben, entschlossen wir uns, weiter nach Buckland Monachorum zu reisen und "The Garden House" anzuschauen. Dies entpuppte sich als einen wunderschönen Garten, was sage ich da, Park, der mich komplett umgehauen hat. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so was Schönes, Wildes, Blühendes gesehen... Wahnsinn, aber seht selbst. Von kleinen Orchideen bis zu Himalaya blauem Mohn gibt es alles in diesem Garten....das Haus dazu ist nicht so wichtig, aber der Garten ist einfach gigantisch. Und voilà, englische Gärten haben mir voll den Ärmel reingezogen.










Sonntag, 9. Juni 2013

Englische Ferien I - Exeter - Devon

Hals über Kopf sind wir letzten Samstag in unsere Ferien gestartet. Immerhin, Auto, Route und Hotels hatten wir geplant. Gelesen über die Regionen, wo wir hinwollten, hatte niemand was.
Am London City Airport wollten wir unser Auto abholen, da hiess es gleich, sorry ihr müsst ein wenig warten. Der Mieter vor uns hat einen Unfall gebaut und wir bekamen einen Ersatzwagen, was auch nicht so schlecht war, denn wir wurden in der Kategorie raufgstuft.
Unsere Reise führte uns intelligenterweise quer durch London, da der City Airport im Osten liegt, unser erstes Ziel aber im Westen und keiner auf die Idee gekommen ist, das Auto in Heathrow zu buchen. Benno schwitzte sich durch London und der Navigator war zwischendurch etwas überfordert, zum Glück gibt es elektronische Hilfe! Wir schlängelten uns um die Congestion Charge Zone rum, durch den Rotherhite Tunnel, der etwas eng daherkommt, da aus dem letzten Jahrhundert und mal links von der Themse zu mal rechts von der Themse. Ich habe ganz neue Seiten von London entdeckt, zum Beispiel die Battersea Power Station, die extrem dominant am Themsenufer steht.
Endlich aus der Stadt und auf der Autobahn, entspannten sich die Gemüter und wir fanden einen wunderschönen Sommertag, wie es ihn in London schon lange nicht mehr gab. Wir fuhren Richtung Bristol (das ich immer schön mit Brighton verwechsle...) und machten einen ersten Halt auf einer Autobahnraststätte, wo wir beim obligaten Sandwich im Sonnenschein entspannten. Wir wollten fast nicht mehr weiterfahren, so schön ruhig und sonning war die Autobahnraststätte.
Nach Bristol kommt das Meer und wir steuerten Weston-super-Mare an, wo wir direkt auf dem Strand parkierten und ganz hingerissen von Sonne und Meer waren. England kann ja richtig schön sein, - wenn es nicht regnet... Wir stiegen aus und nach 200 Meter kehrte Benno gleich wieder um, da sich erste Frostbeulen und Hühnerhaut bemerkbar machten. Es ist ja schön sonnig, aber "the little breeze", wie die Engländer es nennen, bläst einen schier von der Insel. Mit Pullover und Jacke bewaffnet, setzten wir uns zwischen die leicht bekleideten Engländer (shorts und Flip-Flops) und assen unsere ersten britischen Erdbeeren - die sich nach genauerem Hinsehen als texanische Erdbeeren entpuppten. Die (die Engländer, nicht die Erdbeeren) haben uns angekuckt, wie wenn wir vom Mond wären...
Weston-super-Mare ist ein richtig englischer Ferienort. Schöne Häuser dem Strand entlang, einen richtigen Pier und natürlich ein Riesensrad aus dem letzten Jahrhundert...
Nachdem wir uns satt gesehen haben und der Sand in alle möglichen Ritzen und Ohren verschwunden ist, sind wir weiter gereist, Devon entgegen.



Am Abend machten wir in Exeter halt. Ein kleines Städtchen, etwa so gross wie Winterthur und die Hauptstadt der Grafschaft Devon. Mit Taxi liessen wir uns in die Stadt chauffieren und machten eine kulinarische Neuentdeckung, die Kette "Bill's", die rustikal als Mix von italienischer und englischer Küche daherkommt. Mit richtig guten Oliven und Bill's Beer war Benno sofort begeistert und er probierte seinen ersten Fish pie. Ich hielt mich an einen "naked" burger (ohne Brot, mit viel Salat), der auch genial gut war.
Nach unserem feinen Nachtessen zog es uns in die Cocktail Bar von Exeter, ein Kellergewölbe, in dem Benno nirgends stehen konnte... sie sind halt etwas kurz, die Engländer.
Zufrieden liessen wir uns im Taxi wieder ins Hotel chauffieren und wurden gleich über den lokalen "heavy tree" also Baum, wo sie früher die Leute aufgeknüpft haben, informiert und wie viele Gerippe sie gerade kürzlich ausgegraben haben... sehr symphatisch, der Taxifahrer.

In unmittelbarer Nachbarschaft zu unserem Hotel lag die "sunshine" Fabrik, wie sie die Einheimischen nennen, die nationale Meteorologieanstalt....wobei sich die Leute immer noch krumm lachen, wie die Meteorologen mal vor Jahren eine Sommerprognose abgegeben haben und so komplett daneben lagen, dass es statt angekündigtem Sonnenschein eine Überschwemmung gab.

Sonntag, 2. Juni 2013

Englische Ferien - erste Impressionen

Uns geht es gut: Traumwetter und ein traumhaftes England.

Weston-Super-Mare

The Garden House (Nähe Exmoor)





Samstag, 1. Juni 2013

Vorfreude

Heute geht's in die Ferien! Endlich! Hab so die Schnauze voll von arbeiten und im Alltagshamsterrad  zu laufen. Die letzte Woche war wieder mal gigantisch. Alles kam irgendwie zusammen und sollte fertig werden. Anstrengend und nervig. Und trotzdem dass ich gekündigt habe, habe ich es noch nicht geschafft, einfach auch mal weg zu latschen und die Firma, Firma sein zu lassen, sondern will immer noch perfekt sein und Verantwortung übernehmen. Manchmal nervt es mich selber.

Aber "however", jetzt ist eine Woche England angesagt. Wir machen eine Rundreise unter anderem durch Cornwall und Wales. Bin schon sehr gespannt..., hoffe, das Wetter spielt mit!

Sonntag, 19. Mai 2013

Kultur: English National Opera - Burlesque Festival- Kunst in der Steinzeit

Die letzten zwei Wochen standen ganz im Zeichen von Kultur, (nebst übermässiger Arbeit, was mich am Bloggen gehindert hat...).
Das erste Mal habe ich mich hier in eine Oper getraut. Die English National Opera zeigte La Bohème von Puccini. Also ganz klassisch und so viel kann man bei Puccini nicht falsch machen. Einigermassen aufgebretzelt bin ich in die Oper. Das Gebäude ist klassisch und macht dem Namen Oper alle Ehre. Im Publikum ist von Jeans bis sehr elegante Ballrobe alles vertreten, typisch London halt. Das Publikum war ein kunterbunter Mix aus jung und alt, Touristen und Engländer. In der Pause gab es Eiscreme und Prosecco. Und dann meine grosse Erkentnis: die singen ja in Englisch.... mit englischen Untertiteln - das ist merkwürdig, vor allem wenn die gesungenen vollen Aaaaas und Ooooos überhaupt nicht zur Geltung kommen, da das Englische doch etwas anders tönt. Anstatt "mi chiamano Mimi" wurde "They usually call me Mimi" gesungen.... das tönt einfach nicht gleich. Man gewöhnt sich daran und die Musik bleibt schön und am Schluss musste ich dann doch ein Tränchen verdrücken, vor lauter Sterben und Herzschmerz.

Das zweite kulturelle Hihglight war ganz anderer Art. In einer Zeitschrift bin ich über eine Anzeige zum Burlesque Festival (Burlesque Festival youtube) gestolpert und hab mich an einen Abend im Tigerpalast in Frankfurt erinnert, wo wir Akrobatik und Burlesque kennengelernt haben.

Frisch fröhlich gebucht, sind Benno und ich hingegangen. Das Festival fand im Westen statt, nicht ganz am Weg: in der Bush Hall, nahe dem Sheperd's Bush Market. Die Gegend ist sehr, sagen wir mal "ausländisch", vom Kopftuchgeschwader, bis zu den vollen Burkas bis zu Afghanistan ist dort alles vertreten. Die Bush Hall befindet sich gleich neben einer Moschee. Die Gäste, interessanterweise grösstenteils Damen kamen im 20er Jahre Stil daher, mit Mieder oder komischen Pünktelkleidchen. Mit etwas Alkohol intus wurden wir in die Halle gescheucht, wo so eng gestuhlt war, dass sogar Benno warm bekam (natürlich nur deswegen...). Die Damen waren teilweise sehr fantasievoll kostümiert, beweglich und witzig und jede hat sich ungefähr 10 bis 15 Minuten ausgezogen, mit mehr oder weniger Tam Tam. Viel Akrobatik war leider nicht zu sehen. Dennoch war es unterhaltsam und die Darbietungen wurden besser, je länger der Abend dauerte.


Der Sonntag stand im Zeichen von Kunst im Steinzeitalter. Seit einiger Zeit läuft im British Museum eine Ausstellung dazu, die sehr gut besucht ist (eine Verlängerung wurde bereits angekündigt) und mir ist es unter Mühen gelungen Tickets zu ergattern (Link: Ice Age). Wir tauchten ein in Tigermanndarstellungen, Mammuts, Rentiere und sehr talentierte Darstellungen von Frauen und anderen mystischen Figuren. Erstaunlich, vor 40,000 Jahren ging es um ähnliche Sachen wie bei uns heute und wir können immer noch erkennen, was die Leute von damals uns sagen wollten in ihren Höhlenmalereien und ihren Skulpturen. Fast ein wenig unheimlich.



Montag, 6. Mai 2013

Regent's Canal II

Bei schönstem Wetter und 20°Grad genossen wir einen freien Tag (man darf eifersüchtig werden...). Bank Holiday ist angesagt und wir entschlossen uns den 2. Teil des Regent Canal abzulaufen. Von mir zu Hause nahmen wir den Bus (der nach einer Ewigkeit auch auftauchte) und fuhren in den Norden. Wir fuhren über die London Bridge, durch die Wolkenkratzer in der City und landeten in Shoreditch, einer ziemlich heruntergekommenen Gegend, mit seltsamen Gestalten und Mitbürgern. Von da aus liefen wir nochmals 10 Minuten Richtung Norden, vorbei an einer Moschee und fanden den Einstieg in den Kanal, an der exakt selben Stelle, wo wir damals im Januar aufgegeben haben.
Am Kanal entlang spazierten wir in einem weiten Bogen Richtung Süden. Im Gegensatz zum Januar, war der Spazierweg gut besucht und wir schlängelten uns um Jogger, Spaziergänger und wurden von Velofahrern fast jede Minute schier über den Haufen gefahren. Wie der obere Teil des Kanals, auch hier, romantische Hausboote, verlotterte Enklaven und kleine Gärtchen und Zufluchtsorte. Wirklich schön, man fühlt sich weit weg von einer Stadt.



Beim Victoria Park sind wir das erste Mal abgebogen und haben uns das Treiben im Park angeschaut. Sehr unterhaltsam und sehr überfüllt.
Die indische Grossfamilie, die den halben Einkaufsladen auf einer Picknickdecke ausbreitet oder eine englische Familie, bei der die Kiddies ein neues Trotinett ausprobieren, der junge Herr ganz leise im Lotussitz und der ältere Harleyfahrer, der in kompletter Lederkluft im Rollator vorbeisaust, waren nur einige Highlights.


Nach einer Erfrischung und all dem Jubel und Trubel waren wir richtig froh, wieder beim Kanal abtauchen zu können und dort dem Lärm zu entkommen. Weiter ging es durch neue und alte Wohnquartiere, durch Pärke, Betonwüsten und schönere und weniger schöne Orte, bis wir kurz vor der Themse im Limehouse Bassin endeten.






Limehouse Bassin ist ein modernes Wohnquartier mit Pub direkt an der Themse, welches uns zu Cider in der Sonne eingeladen haben, bevor wir dann dem Nordufer der Themse entlang uns wieder Richtung Tower Bridge auf den Heimweg machten, wo wir uns allerdings mehr von Pub zu Cider angelten und das schöne Wetter im St. Katharina Dock und an anderen schönen Orten genossen, bevor wir wieder von den Touristenmassen aufgesogen und überrennt wurden. Den Sommertag liessen wir dann bei Lemonade und einem chinesischem Take Away Esssen ausklingen...einfach ein herrlicher Tag!











Sonntag, 5. Mai 2013

Emirates Air Line

Eine etwas neuere Attraktion in London ist eine Seilbahn mit dem grossen Namen Emirates Air Lane... Die sponsorn hier alles von Fussballclub bis zum Seilbähnchen. Wenig überzeugt und sehr skeptisch wurde ich auf die Bahn geschleppt, das vom O2 Stadion rüber zu den Royal Docks verläuft, mitten durch die unwirkliche Welt der Docklands. Ich mag die Docklands nicht, da alles sehr flach ist, zu weitläufig und irgendwie gespenstisch wirkt, mit super modernen Wohnhäusern und dann verrosteten alten Fabriken oder Müllsortierungsanlagen. Es ist einfach keine schöne Gegend und da zu Wohnen wäre gar nichts für mich. Aber andere Leute lieben es, da man immer sehr nah am Wasser ist, man in der Regel eine gute Aussicht hat und moderne Wohnungen bekommt.
Das Wetter war englisch, also windig und wechselhaft und nach einem kurzen Besuch im O2 Stadion - des ist wirklich riesig - spazierten wir zum Seilbähnchen. Die Kabinen sind gross und die Windböen machen der Seilbahn nicht wirklich was aus und die Aussicht ist fantastisch. Man sieht im Hintergrund die City mit der Gurke und all den markanten Wahrzeichen, aber man sieht auch die Thames Barrier und die Docklands von oben. Aber seht selbst:
Herrliches Wetter!